Donnerstag, 4. Oktober 2007
Unser Mann in Vietnam - 2. Kapitel
Hier ein weiterer Bericht aus dem Alltag in Hoi An. Aus dem Leben von Thomas Weingärtner, unserem Mann in Vietnam.
Was tut man mit einem betrunkenen Touristen,
der in einer kleinen Seitenstraße regungslos auf dem Boden liegt ???
Mit dieser Frage sahen sich Vietnamesen in Hoian am dritten Neujahrstag konfrontiert.
Meine Frau kam nach Hause und berichtete mir das vor dem Haus ihrer Freundin ein Tourist regungslos auf der Straße liegt. Wir sind dann zusammen hingefahren um eventuell von ihm heraus zu bekommen in welchem Hotel er wohnt. Er war allerdings so sehr betrunken das er kein verständliches Wort mehr herausbekam. Ich habe mich dann etwas zurückgezogen und mir von meiner Frau übersetzen lassen was so geredet wird. Es wußte keiner so recht was jetzt zu tun war. Jemand hatte die Idee das man ein Paar Bananenblätter der Bananenstauden die in der Nähe standen, holen könnte und ihn dann darauf legt.
Da lag nun im Straßengraben in Bananenblätter gebettet ein regungsloser Tourist und etwa 30 Vietnamesen standen drum herum. Dies ereignete sich gegen 16 Uhr. Noch 2 Stunden bis zur Dunkelheit und noch etwa 5 Stunden bis es im Freien anzieht und naß wird. Eine alte Frau wurde tätig und hat ihm die Stirn mit Tigerbalsam eingerieben und meinte er sei sehr kalt.

Montag, 10. September 2007
Aberglauben in Vietnam
Was sich in Vietnam an Aberglauben so ereignet habe ich selbst mehrfach miterlebt, aber mich (noch) nicht intensiver damit beschäftigt bzw. beschäftigen müssen. Unter anderem mußten stundenlang hysterisch und mitten in der Nacht Alpträume diskutiert werden und darüber spekuliert ob in dem Haus ein Mensch gestorben ist der nicht beerdigt werden könnte, seine Seele also keine Ruhe findet und deshalb des Nachts Leuten den Schlaf raubt.
Thomas Weingärtner, ausgewandert nach Hoi An in Vietnam und mit einer Vietnamesin verheiratet, hat natürlich noch intensivere Erlebnisse unter anderem auch in seiner neuen Familie. Hier der Bericht von Thomas:
Aufgabe des Hauses durch Aberglauben
Was ich euch heute berichte ist ein Tatsachenbericht der sich aktuell im August 2007 in der Familie meiner Frau zugetragen hat. Ich versuche in diesem Beitrag meine eigene Meinung dazu möglichst weg zu lassen und neutral zu berichten.
Einer Schwester meiner Frau ging es nicht sehr gut. Da ich in der Vergangenheit immer relativ genau „vorhersagen“ konnte was wem fehlen könnte, kam sie zu uns, um mir ihre Krankheitssymptome zu beschreiben. Wegen ihrer auffällig gelben Hautfarbe war mir sofort klar, dass es sich um ein Problem mit der Leber handeln muss. Nach einigen Recherchen im Internet kam ich anhand der Symptome auf Hepatitis C. Im Krankenhaus in Hoi An hat eine Woche nicht ausgereicht um dies zu bestätigen und ihr Zustand verschlimmerte sich stetig. Sie wechselte in ein anderes Krankenhaus nach Danang. Dort dauerte es 2 Tage bis ihr Hepatitis C bestätigt wurde. Nach gut einer Woche hieß es dann aber es sei Hepatitis A. Dies wird durch mangelnde Hygiene bzw. verunreinigte Speisen übertragen. Anhand meiner Schwägerin sehe ich nun, dass man trotz einer Schutzimpfung gegen Hepatitis A diese dennoch bekommen kann. Oder war der Wirkstoff bei ihrer Impfung etwa nur ein „Placebo“ und irgendjemand hat sich daran bereichert? Nach genau einem Monat ging es ihr soweit wieder gut, so dass sie nach Hause konnte und dort weiterbehandelt wird. Doch ihr früheres Zuhause ist für die Familie inzwischen Tabu. Was ist in diesem Monat zuhause geschehen?
"Wenn die Bude voll ist" - Schlafen am Arbeitsplatz (Lebensmittelmarkt in Hoi An)
photos: © herbert panwinkler
Donnerstag, 16. August 2007
Vietnam Money Transfer - Taifunzeit
Der wohl simpelste Weg Geld in die Welt, in diesem Fall Vietnam, zu schicken ist wohl Western-Union.
Eine befreundetet vietnamesiche Familie hat ihr Grundstück veräußert. Der Staat hat das Gelände samt Haus aufgekauft für sage und schreibe umgerechnet $ 4000.- Dollar - läppische Preise eigentlich. In vietnamesichen Währung übrigens 65.727.714 Dong. Dong hier zu sehen. Ich schätze es waren nicht mehr als die Vietnam-typische Miniportion an Grundstücks-Fläche, also ca. 100 qm.

photos: © herbert panwinkler
weiterlesen....
Montag, 14. Mai 2007
Russel -Tribunal :: Das Urteil
Hier sind Auszüge aus dem Russel-Tribunal - in dem Fall das abschliessende Urteil. Einem Tribunal das aus vielen Intelektuellen bestanden hat, z.B. auch Jean Paul Sartre, und es sich zur "symbolischen" Aufgabe gemacht hat die Verbrechen der USA in Vietnam zu beweisen, zu verhandeln und zu verurteilen. Damals, aber auch noch heute, kontrovers aber notwendig, wie ich finde.
RUSSELL-TRIBUNAL- Ehrenpräsident: BERTRAND RUSSELL
- Exekutivpräsident: JEAN-PAUL SARTRE
- Sitzungspräsident: VLADIMIR DEDIJER
- Vizepräsident: LAURENT SCHWARTZ
- GÜNTHER ANDERS - ÖSTERREICHISCHER PHILOSOPH UND SCHRIFTSTELLER
- MEHMET ALI AYBAR - PROFESSOR FÜR VÖLKERRECHT AN DER UNIVERSITÄT ISTANBUL, PRÄSIDENT DER TÜRKISCHEN ARBEITERPARTEI, MITGLIED DES TÜRKISCHEN PARLAMENTS
- LELIO BASSO JURIST - SPEZIALIST FÜR VÖLKERRECHT, MITGLIED DES ITALIENISCHEN PARLAMENTS (UND SEINES AUSSENPOLITISCHEN AUSSCHUSSES), PROFESSOR FÜR SOZIOLOGIE AN DER UNIVERSITÄT ROM
- SIMONE DE BEAUVOIR - FRANZÖSISCHE SCHRIFTSTELLERIN
- LAZARO CARDENAS - FRÜHERER PRÄSIDENT DER REPUBLIK MEXIKO
- STOKELEY CARMICHAEL - FÜHRER DER RADIKALEN AMERIKANISCHEN NEGERORGANISATION «BLACK POWER»
- VLADIMIR DEDIJER - JUGOSLAWISCHER JURIST UND HISTORIKER
- DAVE DELLINGER - AMERIKANISCHER PAZIFIST, CHEFREDAKTEUR VON LIBERATION
- ISAAC DEUTSCHER - ENGLISCHER HISTORIKER
- AMADO HERNANDEZ - PHILIPPINISCHER DICHTER, PRÄSIDENT DER DEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI, VIZEPRÄSIDENT DES NATIONALEN PHILIPPINISCHEN SCHRIFTSTELLERVERBANDES
- MAHMUD ALI KASURI - SENIOR-RICHTER AM OBERSTEN GERICHT PAKISTANS
- KINJU MORIKAWA - JAPANISCHER JURIST, VIZEPRÄSIDENT DER JAPANISCHEN BÜRGERRECHTSUNION
- BERTRAND RUSSELL - ENGLISCHER PHILOSOPH, NOBELPREISTRÄGER
- SHOICHI SAKATA - JAPANISCHER PHYSIKER, PROFESSOR AN DER UNIVERSITÄT NAGOYA
- JEAN-PAUL SARTRE - FRANZÖSISCHER SCHRIFTSTELLER
- LAURENT SCHWARTZ - FRANZÖSISCHER MATHEMATIKER
Im Jahr der Ratte - Reiseimpressionen aus Vietnam
1996 habe ich mal einen ganz persönlichen Reisebericht über Vietnam geschrieben. Mit vielen Information und Fotos. Hier ein Auszug:
Ho Chi Minh City
Eine heiße und undisziplinierte Stadt
In Zentrum eines Wirbelsturms ährend der Fahrt vom Flughafen in die Stadt merke ich, wie mein Verstand verzweifelt versucht, mit der Flut von Eindrücken Schritt zu halten. Hier ist nicht mehr Europa, dies ist eine andere Welt, das ist Ho Chi Minh City, wie Saigon seit der Wiedervereinigung 1976 heißt. Millionen von Fahrrädern, Cyclos (Rikscha) und Mopeds, morbide Häuser im Kolonialstil und verbli-chene Nostalgie, streng bewachte Hotelgroßbaustellen und schattige Alleen mit Kokosnusspalmen. Ja, und natürlich ihre Einwohner, die ihre Stadt immer noch Saigon nen-nen - ein Wirrwarr von 4,5 Millionen Menschen. Viele sitzen an den Straßenrändern, treiben irgendwelchen Handel oder kauern an den Garküchen - Leben auf der Straße. Lasten werden mit den einfachsten Mitteln hin und her befördert. Mit hölzernen Handkarren wird alles vom LKW - Motor bis zu kleineren Ananasernten transportiert. Man sieht noch viele Vietnamesen mit traditionellen Strohhüten, mit dem Mythos der Unbesiegbarkeit behaftet, wie sie in ihrer unvergleichlichen Art, freundlich und gelassen mit dem Verkehrschaos umgehen. Die Straße ist für viele von ihnen Lebensraum und Arbeitsplatz, sofern sie überhaupt Arbeit haben. Vietnam ist arm, aber sehr vital. 
Vom Flugzeug sieht die Stadt wie ein flacher gesprenkelter Flickenteppich aus. Allerdings schießen jetzt überall Hochhaus-Neubauten aus dem Boden. Ein Zeichen für den Bauboom - ein Zeichen für Joint Ventures - ein Zeichen für den wirtschaftlichen Aufbruch.
Hier der gesamte Bericht als Download [ca. 5 MB]





Kommentare
Sa, 22.08.2009 02:50
Im Moment hab' ich's nicht vor .
Fr, 21.08.2009 12:03
ja, von Eddie gibts einiges au f Youtube zu sehen... schon lu stig, dass er da am Platz imme r noch so aktiv ist. St [...]
Fr, 21.08.2009 02:02
Ja, da gibts noch einige. Was die Leute machen .......... Hippolyte kellnert irgendwo g laub' ich, Ben keine Ahn [...]
Do, 20.08.2009 23:43
Gibts da noch mehr Fotos von? Ich schwelge gerade auch in E rinnerungen und frag mich, was aus einigen Leuten, z.B [...]
Di, 05.08.2008 19:35
Dezember ist der Reisemonat für Europäer in dem Raum. Ja n./Feb. ist auch schön, aber d a ist z.B. wieder das Te [...]